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CASE REPORT

Augmentation mit allogenen und autologen Knochenplatten und konsekutivem Relining im Split-Mouth Design

Tunkel J, de Stavola L. Zeitschrift für zahnärztliche Implantologie (Deutscher Ärzteverlag) 2019, 35, 2–11

In dem Fallbericht wurde die Schalentechnik mit autologen als auch mit allogenen Knochenplatten (maxgraft® cortico) für vertikale Knochenaugmentationen in einem atrophierten Unterkiefer verwendet. Beide Knochenersatzmaterialien lieferten gleichwertige Ergebnisse. Mit einer speziellen Reliningtechnik (cerabone®, Jason® membrane) wurden mögliche Resorptionsverluste vorgebeugt.

Hintergrund: Autologe Knochentransplantate unter Verwendung der Schalentechnik zeigen bei horizontalen und vertikalen Augmentationen geringere Resorptionen als Vollblocktransplantate. Eine bestehende Verfügbarkeitslücke von intraoralem Knochen kann durch allogene kommerzielle Knochenplatten geschlossen werden. Die zweizeitige gesteuerte Knochenregeneration mit xenogenem Knochenersatzmaterial und Kollagenmembran als augmentatives Relining kann sowohl bei autologen als auch bei allogenen Knochentransplantaten unerwünschte Knochenumbauvorgänge im Rahmen des Bone Re-modelling verhindern. Der vorliegende Fallbericht zeigt die beidseitige vertikale Augmentation im atrophierten Unterkiefer mittels autologer und allogener Knochenplatten zur Verringerung der OP Morbidität durch Vermeidung einer zweiten retromolaren Knochenentnahme.

Fallbericht: Bei einer 61-jährigen Patientin sollte im Unterkiefer beidseits bei ausgeprägter Knochenatrophie eine Implantatprothetische Rehabilitation erfolgen. Um eine zweite retromolare Knochenentnahme zu vermeiden, wurde dazu eine Kombination aus allogenen und autologen Knochenplatten gewählt. Daher wurde der eine Quadrant mittels Schalentechnik mit autologen Knochenplatten, die kontralaterale Seite mit allogenen Knochenplatten aufgebaut. Nach 4-monatiger Einheilzeit erfolgte die Implantation mit simultaner gesteuerter Knochenregeneration als augmentatives Relining mit xenogenem Knochenersatzmaterial und Kollagenmembran. Die Implantate wurden nach einer weiteren Einheilzeit von 4 Monaten freigelegt.

Schlussfolgerung: Der vorliegende Fallbericht zeigt, dass sich vertikale Knochenaugmentationen sowohl mit autologen als auch mit allogenen Knochenplatten vorhersagbar durchführen lassen. Die zweizeitige verzögerte Augmentation mit xenogenem Ersatzmaterial und Kollagenmembran führt zu einer Kieferkammoptimierung und mindert Knochenverluste infolge ausgeprägter Remodellingprozesse.

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Jochen Tunkel

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